CSQI - Content Signal Quality Index für CTV
Der monatlich erscheinende Content Signal Quality Index, kurz CSQI, für Connected TV (CTV) ist ein von hyScore entwickelter Qualitätsindex für Content-Signale im programmatischen Advertising. Vereinfacht gesagt beantwortet er eine zentrale Frage: „Wo bekomme ich Inventar, bei dem ich möglichst genau weiß, in welchem Content meine Werbung erscheint?". Der CSQI ist ein Qualitätsmaß mit dem sichtbar wird, wo Content-Daten wirklich nutzbar sind und wo Potenzial verloren geht.

Der CSQI – Content Signal Quality Index ist ein von hyScore entwickelter Qualitätsindex für Content-Signale im programmatischen Advertising. Vereinfacht gesagt beantwortet er eine zentrale Frage:
Wie gut weiß der Werbeeinkäufer eigentlich, in welchem Inhalt eine Werbung ausgespielt wird?
Im Programmatic Advertising werden Werbeplätze in Millisekunden gehandelt. Dabei können Informationen über den tatsächlichen Content mitgeliefert werden – beispielsweise Genre, Titel, Serie, Episode, Staffel, Channel, Network, Rating oder Programmdauer. In der Praxis sind diese Informationen jedoch häufig unvollständig, uneinheitlich oder fehlen ganz. Genau diese Qualität macht der CSQI erstmals systematisch mess- und vergleichbar.
Einfach erklärt: Warum braucht man den CSQI?
Stellen wir uns zwei CTV-Werbeplätze vor. Beide kosten denselben CPM und erreichen möglicherweise dieselbe Zielgruppe.
Bei Werbeplatz A weiß die DSP lediglich:
„Streaming-App, Connected TV“
Bei Werbeplatz B weiß sie zusätzlich:
„Sport → Fußball → Champions League → konkrete Sendung → konkreter Sender“
Für einen Advertiser sind beide Impressions technisch zunächst Werbeplätze. Aber Werbeplatz B enthält wesentlich mehr Informationen darüber, welcher Content tatsächlich konsumiert wird.
Diese zusätzlichen Informationen können für Contextual Targeting, Brand Suitability/Safety, Ausschlüsse, semantische Klassifikation, Reporting und Optimierung genutzt werden. Der CSQI macht diesen Unterschied sichtbar. Der CSQI ist ausdrücklich als zusätzliche Qualitätsdimension neben bestehenden Kennzahlen wie Viewability, Fraud, Brand Safety, Reichweite, CPM oder Performance zu verstehen.
Wie funktioniert der CSQI?
Jede untersuchte Inventarquelle, aktuell 888 Vermarkter/Publisher, erhält einen Wert zwischen 0 und 100. Der Score setzt sich im Wesentlichen aus vier Bereichen zusammen:
Bereich | Gewicht | Vereinfacht gesagt |
|---|---|---|
Metadata Completeness | 40 % | Wie viele relevante Content-Informationen sind vorhanden? |
Metadata Depth | 25 % | Wie detailliert wird der Inhalt beschrieben? |
Inventory Consistency | 20 % | Werden die Informationen zuverlässig und regelmäßig geliefert? |
Context Richness | 15 % | Wie gut lassen sich die Informationen tatsächlich für Werbung nutzen? |
Dabei zählt nicht jedes Signal gleich stark. Genre und Titel besitzen beispielsweise einen deutlich höheren praktischen Wert als einzelne technische Zusatzinformationen. Eine Kombination aus Genre, Titel, Serie, Staffel und Episode beschreibt einen Content wesentlich genauer als lediglich ein Genre.
Was bedeutet ein hoher CSQI?
Ein hoher CSQI bedeutet:
Der betreffende Supply-Pfad beziehungsweise das Inventar liefert viele, detaillierte, konsistente und für Marketing nutzbare Informationen über den Content.
Ein niedriger CSQI bedeutet dagegen, dass wichtige Informationen fehlen oder nur unregelmäßig übertragen werden.
Wichtig ist allerdings: Ein hoher CSQI bedeutet nicht automatisch bessere Kampagnenperformance. Er sagt auch nichts darüber aus, ob ein Inventar günstig ist, hohe Reichweite besitzt oder mehr Conversions erzeugt. Der CSQI misst ausschließlich die Qualität der verfügbaren Content-Signale. Genau diese Abgrenzung ist ein zentraler Bestandteil der Methodik.
Was bringt das einem Advertiser oder einer Agentur?
Für Mediaeinkäufer entsteht damit neben Preis, Reichweite und klassischer Mediaqualität eine weitere Bewertungsdimension.
Statt nur zu fragen:
„Wo bekomme ich die gewünschte Reichweite zum richtigen Preis?“
kann zusätzlich gefragt werden:
„Wo bekomme ich Inventar, bei dem ich möglichst genau weiß, in welchem Content meine Werbung erscheint?“
Dadurch lassen sich beispielsweise Inventarquellen oder Supply-Pfade mit besseren Content-Signalen bevorzugen, unterschiedliche Qualitätsstufen gegeneinander testen und Kampagnen anschließend differenzierter analysieren.
Gerade für Contextual Advertising und CTV ist das relevant. Wenn keine Cookies oder personenbezogenen Identifier benötigt werden sollen, gewinnt die Information darüber, welcher Content gerade konsumiert wird, erheblich an Bedeutung. Datenschutz und Identifier-Erosion ist deshalb ausdrücklich ein Treiber für hochwertige nicht-personenbezogene Kontextsignale.
Was bringt der CSQI Publishern und Vermarktern?
Für Publisher wird Content-Metadatenqualität damit von einem technischen Detail zu einer messbaren Produktqualität.
Ein Publisher kann beispielsweise erkennen:
Welche Content-Felder und Informationen fehlen?
Werden Titel und Genre zuverlässig übertragen?
Werden bei Serien auch Serie, Staffel und Episode übermittelt?
Gehen Informationen innerhalb der programmatischen Supply Chain verloren?
Welche Mitbewerber, Apps oder Plattformen liefern bessere oder schlechtere Signale?
Verbessert ein Publisher diese Daten, kann sein Inventar genauer klassifiziert, besser für Contextual Targeting eingesetzt und transparenter vermarktet werden.
Was bringt der CSQI SSPs und DSPs?
SSPs können den CSQI nutzen, um die Datenqualität verschiedener Publisher, Vermarkter und Apps zu überwachen, Qualitätsprobleme im Onboarding zu erkennen und hochwertiges Inventar beispielsweise für Curation und Deal Packaging zusammenzustellen.
DSPs könnten Signalqualität wiederum als zusätzliches Merkmal für Inventory Discovery, Pre-Bid-Segmentierung, Optimierung und Reporting einsetzen. Entscheidend ist dabei, dass nachvollziehbar bleibt, woher ein Signal stammt - etwa vom Publisher, von einer SSP oder durch nachträgliche Datenanreicherung.
Warum ist das gerade bei CTV wichtig?
CTV-Inventar ist technisch stark fragmentiert. Inhalte werden über Apps, Streamingplattformen, Vermarkter, SSPs und unterschiedliche Supply-Pfade gehandelt.
Die Pilotstudie im Whitepaper zeigt, dass die technische Reichweite deutlich größer ist als die Abdeckung mit hochwertigen Content-Signalen. In den untersuchten Daten war Genre beispielsweise wesentlich häufiger vorhanden als tiefergehende Informationen wie Serie, Episode, Staffel, Channel oder Network.
Das bedeutet praktisch: Ein Advertiser kann möglicherweise sehr viel CTV-Inventar kaufen – aber nur bei einem Teil davon genau erkennen, welcher konkrete Inhalt hinter einer Impression steht.
CSQI in einem Satz
Der CSQI ist ein Qualitätsmaß dafür, wie vollständig, detailliert, zuverlässig und nutzbar der Content hinter einer programmatischen Werbeimpression beschrieben wird.
Oder noch einfacher:
Je höher der CSQI, desto besser weiß der Werbeeinkäufer, in welchem Content er Werbung kauft.
Damit schafft der Index etwas, das im programmatischen Markt bisher weitgehend fehlt: eine gemeinsame und vergleichbare Qualitätskennzahl für Content-Signale - ergänzend zu Reichweite, Preis, Viewability, Brand Safety, Fraud und Kampagnenperformance.




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